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SoundHouse beim Boßeln am 02.02.20

Boßeln  (in einigen Regionen als Klootschießen bezeichnet, auch wenn sich diese beiden verschiedenen Sportarten nur teilweise überschneiden) ist eine Sportart, die in unterschiedlichen Formen in verschiedenen Teilen Europas gespielt wird. Ziel des Spiels ist es, eine Kugel mit möglichst wenigen Würfen über eine festgelegte Strecke zu werfen. Boßeln wird in unterschiedlichen Varianten auf freien Flächen (Feldern, Wiesen), öffentlichen Straßen und befestigten Wegen gespielt. 

In unterschiedlichen Formen ist Boßeln in vielen Teilen Europas bekannt. Die Hochburgen sind Teile von Norddeutschland, den Niederlande und Irland, in welchem es Irish Road Bowling heißt. Es ist als Breiten- und Leistungssport, vor allem aber auch als gesellige Tätigkeit bekannt.

Ursprünglich war das Klootschießen ein ungeregeltes Kräftemessen zwischen zwei Mannschaften, oft die männlichen Bewohner von rivalisierenden Nachbardörfern. Die Rivalitäten war dabei oft so groß, dass die Wettkämpfe in Schlägereien ausarteten. Deswegen wurde das Klootschießen immer wieder von der Obrigkeit verboten. Ende des 19. Jahrhunderts setzte eine Versportlichung ein, die den Leistungsgedanken stärker in den Vordergrund rückte, verbindliche Wettkampfregeln hervorbrachte und zur Gründung erster Vereine führte. Die starke Bindung des Sports an das Dorfleben drückt sich noch heute darin aus, dass in den klassischen Klootschießergebieten fast jedes kleine Dorf einen eigenen Klootschießer- oder Boßelverein hat, in denen große Teile der Einwohnerschaft Mitglieder sind. (Wikipedia).

Fast schon zur Tradition geworden ist das von unserem echten „Hamburger Jung“ Christian eingeführte „Boßeln“. 22 SoundHöuser trafen sich am Sonntag zu echtem Hamburger Wetter (grau in grau und Nieselregen). Christian erklärte die Regeln, teilte in zwei Mannschaften ein und los ging es über einen ca. 2 km langen Parcours entlang der Feldwege über das Kirchheimer Feld. Wir blieben alle sehr diszipliniert, trotz der gelegentlichen „Boßelschlucke“, und es artete nicht in Schlägereien aus. Aber wir waren ja alle vom selben Verein. Wer weiß, vielleicht kommt ja ein anderer Chor aus Sandhausen auf die Idee, uns im Boßeln herauszufordern? Nur zu, wir sind bereit!

Die zwei Teams entwickelten im Laufe des „Turniers“  ganz verschiedene Wurf- und Schießtechniken: mit Anlauf, die Boßelkugel „andrehen“, im 45 Grad-Winkel abwerfen, die Ecke abkürzen. Die Ergebnisse konnten sich teilweise sehen lassen. Es gab auch Tipps von der eigenen Mannschaft wie „schau dass sie im Gras landet, sonst rollt sie zurück!“ Markus, Melanies Mann, zeigte dabei herausragende Leistungen. Hörschi gehörte zu den soliden Werfern, die immer wieder ihre Mannschaft in Führung brachten. Auch Anke, die ihre Profi-Boßelhandschuhe dabei hatte (mit Noppen!) war ein Gewinn für ihre Mannschaft. Brigitte imponierte mit ihrem Schrei-unterstützen Wurf à la Kugelstoßerin. Vom Wetter und den manchmal sehr verschlammten Wegen ließ sich niemand abschrecken. Wir waren auch fürsorglich gegenüber den zuschauenden Team-Mitgliedern: „Kinder aus dem Weg, die Eva wirft!“ Nach solchen Verausgabungen musste immer wieder Pause gemacht werden und wir stärkten uns mit allerlei flüssigen und festen Leckereien. Auch ganz nach nordeutscher Art mit Hochprozentigem. Dass am Ende manche eine rote Nase hatten, war jedoch sicher nicht dem Alkohol, sondern eher dem kühl-feuchtem Wetter zuzuschreiben. Wir feierten unsere Boßel-Erfolge schließlich noch beim Italiener. Erstaunen hat hier die Werbung für den Pinot Grigio hervorgerufen, der mit dem „feinen Geschmack nach geriebenem Stein“ beworben wurde. Allen hat es gefallen und wir traten müde und satt unseren Heimweg an. 

Danke, Christian und Anke, für den netten Ausflug!

Und zum Schluss noch was Nettes, was ich zum Boßeln gefunden habe:

Eine Beschreibung der Stimmung während eines Boßelspiels im 19. Jahrhundert findet sich in Theodor Storms Novelle Der Schimmelreiter von 1888:

„Gesprochen wurde von all den Menschen wenig; nur wenn ein Kapitalwurf geschah, hörte man wohl einen Ruf der jungen Männer oder Weiber; oder von den Alten einer nahm seine Pfeife aus dem Mund und klopfte damit unter ein paar guten Worten den Werfer auf die Schulter: »Das war ein Wurf, sagte Zacharies und warf sein Weib aus der Luke!« oder: »So warf dein Vater auch; Gott tröst ihn in der Ewigkeit!« oder was sie sonst für Gutes sagten.“

                    Theodor Storm: Der Schimmelreiter

Marion Bender-Krämer

 

 
     
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